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Crimson Roots: Open Roads (Review)

Artist:

Crimson Roots

Crimson Roots: Open Roads
Album:

Open Roads

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Blues, Psychedelic, Krautrock

Label: Tonzonen Records
Spieldauer: 45:01
Erschienen: 22.05.2026
Website: [Link]

Gleich vorweg eine Klarstellung: Wer bei dem Bandnamen CRIMSON ROOTS glaubt, vor dem Hören von „Open Roads“ irgendwelche Parallelen zu den Kult-Proggern KING CRIMSON ziehen zu müssen, der begibt sich in komplett falsches Fahrwasser, auch wenn die Band auf dem ersten Video zu ihrem Album alle in einem Boot sitzen.
Die Jungspunde von CRIMSON ROOTS stehen viel mehr auf psychedelisch angehauchten Blues mit ein paar vorsichtig progressiven Momenten samt angenehm weiblichem Gesang, der besonders wichtig für das Konzept hinter „Open Roots“ ist, in dem die Geschichte eines sinnbildlich Reisenden – durch sein Inneres wie Äußeres mit allen Höhen und Tiefen – erzählt wird, wobei jeder Song sein eigenes Kapitel zu dem gewählten Konzept darstellt. Herbei setzt die junge Band tatsächlich auf den 'alten' analogen Klang und punktet damit überzeugend.


CRIMSON ROOTS zählen zu ihren prägenden Einflüssen selber solche Bands wie LED ZEPPELIN (der Blues) oder DEEP PURPLE (die Orgel) und PINK FLOYD (die Gitarre), was immer mal wieder in dem einen oder anderen der insgesamt 11 Songs durchklingt, während der musikalische Fünfer durchaus bewusst nach einer eigenen Prägung sucht. Auch dass mit Ina Salaj (deren solistischer Gesang das Album einleitet) eine beeindruckende Sängerin ihre Stimme erhebt (die Vorbilder bestehen schließlich nur aus Sängern), lässt bereits nach dem „Drifting“-Opener aufhorchen, in dem die Reise noch als rastlose Suche nach dem richtigen Weg beginnt, während der folgende Titelsong sich auf die Suche im Unbekannten hingibt und mit jeder Entdeckung mehr Kraft zu schöpfen scheint. Viel Nostalgie klingt hierbei in der Musik mit – und natürlich viele Erinnerungen an die Wurzeln guten Blues-Rocks mit prog-psychedelischem Einschlag.

Der Hörer von „Open Roads“ darf sich zumindest über jede Menge beeindruckende Gitarren-Soli und Seventies-Orgeleien sowie eingängige (Blues-)Rhythmen freuen, in deren Mittelpunkt der Gesang steht, da es eben viel im Rahmen des Konzepts zu singen und erzählen gibt. Hierbei kann es in „Nowhere“ sogar recht surreal zugehen, während die beiden „Crossing“-Teile wieder auf den richtigen Weg führen und dabei auf Mut (zu neuen Wegen) statt Anpassung setzt.

Jeder Schritt wird hierbei wie auf „Steps“ zu einer besonderen Herausforderung auf der Suche nach Orientierung – doch bevor man diese findet, muss man erst einmal mit dem Gehen beginnen. Schritt für Schritt...


„Clocks“ besticht durch seine Orgel-Passagen, die dem Song etwas Finsteres, fast Bedrohliches verleihen. Es wird dunkel und die Reise begibt sich nunmehr ins Innere und die dunklen, verborgenen Seiten der menschlichen Psyche, in die man auf erschreckende Weise – wie in „Falling Through“ – komplett abstürzen und sich verlieren kann. Eine Finsternis, die sich dann ähnlich in „The Tower“ fortsetzt.

Im Großen und Ganzen wirkt die Musik recht getragen und klar strukturiert. Längere Ausflüge oder gar ein komplexerer Longtrack fehlen (leider). Der musikalische Mut, auch mal ein paar deutliche Haken auf den „Open Roads“ zu schlagen, bleibt noch aus. Mal sehen, ob nach diesem gelungenen, etwas zu strukturierten Debüt der Nachfolger sich auch mal auf gewagtere Ausflüge der musikalischen Art – vom Schlagzeug-Solo bis hin zu komplexeren Prog-Rhythmen mit Hang zur Improvisation wagt.


Die Voraussetzungen scheinen bei dem jungen Blues-Fünfer aus Deutschland definitiv gegeben zu sein. Nun brauchen sie nur noch den Berg, welchen sie in „The Mountain“ errichten, wagemutig zu besteigen und einfach mal ins Ungewisse zu springen.

CRIMSON ROOTS wecken nach diesem Debüt auf jeden Fall die Neugier auf einen Nachfolger. Einen guten Start haben sie mit „Open Roads“ erstmal gemeistert.


FAZIT: Ein mutiges Unterfangen, dem sich CRIMSON ROOTS hier stellt: Das Konzept-Album „Open Roads“ wurde vollständig von der jungen Band selbst aufgenommen und produziert, wobei der Fokus auf Authentizität und Klang sowie dem Konzept (die Geschichte eines Reisenden, der sich im Inneren wie Äußeren durch Weite und Ungewissheit bewegt, um zur richtigen Erkenntnis zu gelangen) liegt. Musikalisch gibt es Blues mit viel psychedelischen Momenten und ein paar Prog-Spritzern zu hören, aus denen auch die Leidenschaft für ihre purple-zeppelin-floydianischen Vorbilder herausklingt. Verdammt retro und professionell, wobei auch der weibliche Gesang eine beeindruckende Breitseite beisteuert.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 76x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • Drifting
  • Open Roads
  • Steps
  • Clocks
  • Nowhere
  • Falling Through
  • When
  • The Tower
  • The Crossing: Part I
  • The Crossing: Part II
  • Mountain

Besetzung:

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