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Kennedy Administration: Humanity (Review)

Artist:

Kennedy Administration

Kennedy Administration: Humanity
Album:

Humanity

Medium: CD/LP/Download
Stil:

R'N'B, Funk, Pop, Soul, Jazz, HipHop

Label: Leopard
Spieldauer: 35:55
Erschienen: 14.11.2025
Website: [Link]

Humanität! Menschlichkeit!
Gerade in diesen Zeiten ist sie große angesagt – genauso wie Toleranz, Freiheit und Demokratie. Genau das macht den guten Menschen aus. Demgegenüber stehen Hass, Fanatismus, (Brand-)Mauern, Vorurteile und das Verunglimpfen von kritischen – egal in welche Richtung sich deren Kritiken bewegen – Zeitgenossen. Ein Problem und eine Botschaft zugleich. Musikalisch und thematisch aufgegriffen auf dem aktuellen Album der KENNEDY ADMINISTRATION.
Der Titel: „Humanity“.


Der Hintergrund: echte Gespräche, völlig spontane, ungebremste Ideen aus dem Bedürfnis heraus, Menschen durch eine Form von Wahrhaftigkeit zu bereichern, die auf faktischen Wahrheiten anstatt auf herbeigeredeten Vorurteilen beruht.

Die Musik: „Humanity“ ist ein Album für den Zeitgeist, basierend auf R'N'B, Funk, Pop, Soul, Jazz, HipHop sowie der charismatischen wie schwer beeindruckenden Stimme der Sängerin KENNEDY. Man höre nur ihre wunderschöne Version von ROBERTA FLACKs „Killing Me Softly“, das besonders durch die FUGEES noch einmal ganz besondere Aufmerksamkeit erhielt.


Doch solche Cover-Version findet man nicht mehr auf „Humanity“.
Alle 10 Songs sind echte musikalische Eigengewächse von der Sängerin Kennedy und ihrem Keyboarder – womit wir auch schon bei ONDRE J. wären, der eine ebenso wichtige Rolle wie die Frau mit der großartigen Stimme spielt. Der in Tschechien geborene Keyboarder und Produzent (mit engen Kontakten zu GREGORY PORTER, die sich deutlich auch auf KENNEDY ADMINISTRATION auswirken) zeichnet sich maßgeblich für die stilistisch unterschiedlichen Kompositionen verantwortlich. Keyboarder und Sängerin sind eng und kreativ in der KENNEDY ADMINISTRATION vereint und gehören heute zu den besten Nachwuchsmusikern der New Yorker Musik-Szene, wofür „Humanity“ ein anhörliches Beispiel ist.

Oft kommen einem beim Hören von „Humanity“ sofort die frühen Soul-Jahre des Motown-Labels in den Sinn, dann wiederum verblüffen die modernen, sehr gelungenen Hip-Hop-Momente in Songs wie „Malibu Sunrise“, die den gängigen Trends huldigen und diese in den Sechziger-Jahre-Soul ohne Brüche einbinden. Hier haben nicht nur die Musiker viel Spaß – auch die Hörer haben diesen. Überhaupt: Wer hätte den schließlich nicht bei einem Malibu-Sonnenaufgang?


Zudem ist eins klar: Für die beiden Kennedy-Administratoren wurde ihr Musikerleben zu genau dem Riesenrad, das sie als „Life is just a rollercoaster“ in ihrem „Reject Song“ gemeinsam mit MARK LETTERI von SNARKY PUPPI, der hier ein starkes Gitarren-Solo beisteuert, besingen. Doch immer sind sie dabei auf der Suche nach dem „Better Way“, wie der Album-Opener bereits verlautbart. Songs, die offensichtlich dem „Humanity“-Album wie direkt auf den musikalisch/thematischen Leib geschneidert klingen.

Dabei gelingen immer wieder unvergessliche Hooklines voller Pop-Appeal, die Ohrwürmer hervorbringen, welche sich fest in die Gehörgänge fräsen. Keine Chance, diese bereits nach dem ersten Hördurchgang wieder loszuwerden.


Eine Stärke der KENNEDY ADMINISTRATION, die leider nur 35 Minuten auf der LP füllt. Da hätten gerne noch ein oder zwei Songs dieser Qualität mehr mit Platz gehabt. Schade, dass gerade im Aufleben des Vinyl-Zeitalters immer wieder Bands und Musiker sich auf zu kurze Laufzeiten beschränken und nicht wenigstens die 45 Minuten füllen, die ohne jegliche Klangdefizite auf das schwarze Musikgold gepresst werden könnten. Dummerweise reiht sich hier auch die KENNEDY ADMINISTRATION mit ein. Dafür ist aber jede gefüllte Musikrille auf „Humanity“, auch bezüglich der textlichen Botschaften (die sich um durchaus schwierige Themen wie Selbstliebe und Selbstzweifel oder Einsamkeit und Zusammengehörigkeit sowie die psychische Verzweiflung anhand der Abhängigkeiten des digitalen Zeitalters drehen), ein echter Genuss.
Dieser Genuss erlebt dann sein ganz großes Finale in der emotionalen Ballade, die das Album abschließt: „Truth“ ist ein wunderschön-gefühlvolles, mit Streichern angereichertes Duett mit dem US-Gospelsänger DOOBIE POWELL, das sofort zu Herzen geht und einen tiefen Herzschmerz dabei hinterlässt.
Wenn Menschlichkeit so wie diese duettierte Wahrheit klingt, dann kann im Grunde nichts schiefgehen.




FAZIT: Mit ihrem bereits 3. Album versteht das in Brooklyn beheimatete Duo KENNEDY ADMINISTRATION, welches sich mit vielen Gastmusikern (inklusive jeder Menge Bläser) breit aufstellt, im Bereich von R'N'B, Funk, Pop, Soul, Jazz und HipHop zu begeistern, wobei besonders die soulige Stimme der Sängerin KENNEDY hervorsticht. Zugleich machen sie dem Albumtitel „Humanity“ mit ihren gefühlvollen, zutiefst menschlichen wie leidvollen Texten alle Ehre. Ein Album für die besonderen Stunden (speziell das finale Herz-Schmerz-Duett mit DOOBIE POWELL), während vor der Tür weiterhin das Chaos tobt. Türen zu, Licht aus, LP auf den Plattenteller und los geht’s... „Humanity“ zeigt mit entspannter Tiefenwirkung, worauf es tatsächlich im Leben ankommt.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 199x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 13 von 15 Punkten [?]
13 Punkte
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Tracklist:
  • Seite A (17:46):
  • Better Way (3:02)
  • Profile (4:12)
  • Calculated Pleasure (3:42)
  • Humanity (3:29)
  • Malibu Sunrise (3:21)
  • Seite B (18:09):
  • Reject Song – feat. Mark Lettieri (3:53)
  • Snowflake (4:51)
  • So Proud Of Me (3:20)
  • Time To Shine (3:00)
  • Truth – feat. Doobie Powell (3:05)

Besetzung:

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